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Naturheilkundliche Therapien
Hier finden Sie Hintergrundwissen zu ausgewählten naturheilkundlichen Heilverfahren.


Differenzialdiagnose

»Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt«, soll schon Hippokrates gesagt haben.

Die Botschaft ist eigentlich selbstverständlich, allerdings scheint sie so selbstverständlich zu sein, dass sie im Alltag gern vergessen wird. Die gesammelten Informationen und Wünsche des Patienten sind das Fundament, auf dem die Diagnosen als Säulen sozusagen die Therapie tragen. Dabei umfasst »Diagnosen« nicht nur ein bis mehrere beschreibbare Erkrankungen (Entitäten), sondern auch Kombinationen, individuelle Ausprägungen sowie Wünsche und Ressourcen des Patienten.

Anlässe, differenzialdiagnostisch zu denken

Der Begriff »differenzialdiagnostisch« betont, dass man verschiedene Erkrankungen und Syndrome voneinander trennt – differenziert –, indem man die richtige Diagnose identifiziert oder die falschen aussortiert. Meistens kombiniert man beide Ansätze. Eine Schwierigkeit vor allem zu Beginn der praktischen Tätigkeit ist, dass in der Ausbildung überwiegend nach dem Schema »Krankheit X hat die Symptome A, B und C« unterrichtet und gelernt wird, während man bei der Differenzialdiagnose nach dem Schema »Symptom A kommt vor bei den Erkrankungen X, Y, Z, …« denkt.

Diagnose Patientengespräch, Quelle: Schäffler und Kollegen

Kompliziert ist das Ganze, weil viele Wahrscheinlichkeiten, Aussagewertigkeiten und Wenn-dann-Zusammenhänge dazukommen. Es macht daher Sinn, differenzialdiagnostisches Denken mit entsprechender Literatur, Fortbildungen und Selbstreflexionen zu trainieren. Folgende Anlässe gibt es typischerweise in der täglichen Praxis für differenzialdiagnostisches Denken:

 
  1. Ein Patient stellt sich zum ersten Mal mit neu aufgetretenen Symptomen vor.

  2. Ein Patient hat Symptome, deren Ursache trotz ausführlicher Diagnostik und Therapieversuche unbekannt bleibt.

  3. Ein Patient kommt mit einer Diagnose.

  4. Eine Therapie zeigt nicht den gewünschten Effekt.

  5. Je nach Erkrankung ist ein regelmäßiger Review der Diagnose und Therapie bei jedem Besuch oder einmal im Jahr sinnvoll.

Seltene Gründe sind, dass eine neue Ursache für Symptome entdeckt wurde, z. B. Unverträglichkeit eines Lebensmittelzusatzes, oder eine neue Therapie entwickelt wurde, die bei einigen Konstellationen besser wirkt.

Ein Patient stellt sich zum ersten Mal mit neu aufgetretenen Symptomen vor

Dieser Fall ist die klassische Situation, wenn auch nicht die häufigste. Zwei Ziele stehen im Vordergrund:

  1. die Gefahr eines akuten, möglicherweise sogar lebensgefährlichen Verlaufs abschätzen

  2. die richtige Diagnose stellen.

Neben einer breiten, unvoreingenommenen Informationssammlung sucht und fragt man gezielt nach Informationen, die einen möglicherweise gefährlichen Verlauf nachweisen oder ausschließen.

Ein Patient hat Symptome, deren Ursache trotz ausführlicher Diagnostik und Therapieversuche unbekannt bleibt

Gerade in der Naturheilpraxis kommt dies häufig vor. Zuerst sollte man neben einer gründlichen Anamnese und Untersuchung des Patienten möglichst alle vorhandenen Befunde sichten. Danach wird entschieden:

  • Geht man auf »Start« zurück und beginnt eine erneute grundlegende Diagnostik mit zusätzlichen Laboruntersuchungen, bildgebenden Verfahren und Funktionstests? Dies ist vor allem sinnvoll, wenn keine umfassende Diagnostik stattgefunden hat, sondern sehr schnell ein bestimmter Verdacht im Raum stand.

  • Schließt man zuerst nur Lücken in der Diagnostik?

  • Wurde die Ursache nicht gefunden, obwohl eigentlich eine sinnvolle und ausreichende Diagnostik stattgefunden hat?
    In dieser Situation sollte man die Möglichkeiten sorgfältig mit dem Patienten besprechen. Zum einen kann man oft eine Reihe von speziellen Untersuchungen machen, die teuer sind und nur spezielle Ursachen nachweisen, zum anderen kann man abwarten, ob der Verlauf neue, diagnoseweisende Symptome oder einen krankheitstypischen Verlauf zeigt.

    Eine weitere, natürlich auch parallel einzusetzende Möglichkeit wäre, sich auf die Linderung der Symptome zu konzentrieren. Dem nahe kommt die Diagnose ex iuvantibus, die meistens eine besonders sorgfältige Aufklärung des Patienten voraussetzt.

Ein Patient kommt mit einer Diagnose

Dieser Fall ist häufig. Die Kunst besteht darin, objektivzu beurteilen, ob die Diagnose sicher ist, bestätigt werden sollte oder infrage zu stellen ist.

Eine Therapie zeigt nicht den gewünschten Effekt

Es ist immer möglich, dass schlichtweg die falsche Diagnose gestellt wurde und die spezifische Therapie daher nicht die wirkliche Ursache angeht. Je nach Erkrankung ist ein regelmäßiger Review der Diagnose und Therapie sinnvoll. Persönliche Erfahrungen sind wichtig, aber auch eine Objektivierung, dass Diagnosen richtig sind und die Therapie wirkt.

Je nach Sicherheit der Diagnose, Wirksamkeit der Therapie und Schwere der Erkrankung sollte man bei jedem Patienten in bestimmten Abständen die Vogelperspektive einnehmen. Dann kann man sich unvoreingenommen fragen, was man übersehen haben könnte, welche Alternativen denkbar wären und ob der Therapieerfolg den Erwartungen entspricht.

Notfall ausschließen

Um einen Notfall auszuschließen (g S. 26), achtet man auf die Atmung, den Kreislauf und das Bewusstsein. Meistens reicht eine aufmerksame Haltung, um Störungen zu erkennen.

! »Daran denken« ist eine gute Versicherung gegen übersehene Notfälle.

Warnhinweise auf einen Notfall sind:

  • Atmung: starke Luftnot, sichtbar angestrengte Atembewegungen, Zyanose, eingeschränkte Atembewegungen, schwache Atmung
  • Kreislauf: Blässe, periphere Kühle, Tachykardie, niedriger Blutdruck
  • Bewusstsein: Orientierungsstörungen, Verlangsamung, Schläfrigkeit.

Viele Notfälle haben spezielle oder abweichende Befunde, z. B. hoher Blutdruck bei einer hypertensiven Krise. Gefährlich sind sich anbahnende oder versteckte Notfälle:

  • zunehmende Atemnot bei einem beginnenden Asthmaanfall
  • allergische Reaktionen, die mit leichtem Unwohlsein beginnen und bis zum anphylaktischem Schock führen
  • Hirnblutungen und Hypoglyklämien bei alkoholisierten Patienten.

Bei Verdacht sind eine gezielte Untersuchung und ggf. eine Überwachung unerlässlich.

Abwendbar gefährliche Verläufe

Weitaus häufiger als ein akuter, lebensbedrohlicher Notfall sind die abwendbar gefährlichen Verläufe. Der Begriff ist von der Allgemeinmedizin geprägt worden und bezeichnet gefährliche Verläufe einer Erkrankung, die rechtzeitig erkannt und mit einer rechtzeitigen Therapie verhindert werden können.
Der Terminus umfasst zwei Arten von Gefahren:

  • Komplikationen, die im Verlauf drohen, z. B. eine Mastoiditis (Entzündung des Warzenfortsatzes) bei einer Otitis media (Mittelohrentzündung) oder eine Pneumonie bei einer Bronchitis
  • ernste Erkrankung, die übersehen werden können, z. B. ein Schlaganfall bei leichter Verwirrtheit oder eine Pankreatitis bei Unwohlsein.

Ernste Erkrankungen können leicht übersehen werden, wenn

  • die Symptome unspezifisch sind, z. B. Husten ohne weitere Symptome bei einer Lungenembolie
  • die Symptome meistens für eine harmlose Erkrankungen sprechen, z. B. wenn im Rahmen einer Darmgrippe-Welle eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) übersehen wird.

Daher sollten bei bestimmten Symptomen immer weitere Fragen und Untersuchungen folgen, z. B.

  • bei Infekten: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Auslandsaufenthalt?
  • bei Durchfallerkrankungen: Blut, Schleim, Eiter im Stuhl?
  • bei Obstipation: Blut im Stuhl, Wechsel mit Diarrhoe? Rektal palpieren
  • Husten: Lunge abhören
  • Bauchschmerzen: Bauch sorgfältig abtasten, nach Abwehrspannung fahnden.

Häufig übersehene oder aufgrund dezenter oder untypischer Symptomatik nicht erkannte Erkrankungen sind z. B. Herzinfarkt, Hypothyreose, Lungenembolie und Schlaganfall.

Das Gegenstück zu den abwendbar gefährlichen Verläufen ist das abwartende oder beobachtende Offenhalten. Dabei wird bewusst auf eine weitergehende Diagnostik verzichtet. Das geht, wenn Anamnese und klinischer Befund eine ernsthafte Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.

 
Die Traditionelle Urin-Funktionsdiagnostik
Urin-Funktionsdiagnostik klingt aufwendig und kompliziert, doch für das traditionelle Diagnoseverfahren sind keine aufwendigen Technologien nötig. Der Heilpraktiker riecht am Urin, bestimmt die Farbe und untersucht wie der Urin mit Essigsäure oder Natronlauge reagiert, und kann so Störungen des gesamten Organismus feststellen.

Anwendungsgebiete

Das alte Wissen von der Diagnose anhand verschiedener Urinphänomene ist nahezu verschüttet. Schon der römische Arzt Galen hat sich der Beurteilung des Urins für die medizinische Diagnose bedient. Heute dominiert die klinische Labordiagnostik, während die traditionelle Harnschau nahezu vergessen ist. Die Urin-Funktionsdiagnostik stellt eine Veknüpfung der heutigen Urin-Untersuchungsmöglichkeiten in der Naturheilpraxis mit der alten Harnschau dar. Sie ist eine sinnvolle Erweiterung der Diagnose mit dem Teststreifen.

Die Urinphänomene geben Hinweise auf Störungen der inneren Organe, des Herz-Kreislauf-Systems, Verdauungsprobleme und Ernährungsfehler. Die Urin-Funktionsdiagnostik bietet sich besonders an, wenn keine klar fassbare Diagnose vorliegt.

Erste Beurteilung des Urins

Die Diagnose anhand von Urinphänomenen erfolgt in mehreren Schritten und beginnt mit dem einfachen Einsatz der Sinne: Der Urin im Reagenzglas wird nach Farbe, Trübungen und Geruch beurteilt. Der Heilpraktiker nimmt zur Untersuchung immer Morgenurin, das ist der erstgelassene Urin nach der Nacht.

In einem zweiten Schritt wird das „spezifische Gewicht“ des Urins bestimmt, das Aufschluss gibt über die Konzentrationsfähigkeit der Niere. Die gelösten Stoffe, die zusammen das spezifische Gewicht ausmachen, sind: Harnsäure, Harnstoff, Salze, Farbstoffe und Eiweißabbauprodukte. Gelöste Plasmaprotein- oder Zuckermoleküle im Urin beeinflussen das spezifische Gewicht erheblich und sind immer ein Krankheitszeichen.

Urinprobe, Quelle: Foitzick Verlag

Methoden der Urin-Funktionsdiagnostik

Zur eigentlichen Urin-Funktionsdiagnostik füllt der Heilpraktiker sechs Reagenzgläser mit dem Morgenurin des Patienten. Das erste Glas dient der Kontrolle während die anderen mit einer je anderen Reagenzie versetzt werden. Je nachdem, welche Phänomene, Farben und Ausflockungen der Urin dann zeigt, gibt er Hinweise auf den Zustand des Patienten. Reagenzglas 2 gibt Aufschluss über den Stoffwechsel und die Salzdifferenzierung, Reagenzglas 3 über Darm und Schleimhaut, das Vierte über Galle, Herz-Kreislauf und Blutqualität. Reagenzglas 5 zeigt die Bauchspeicheldrüsenfunktion an und Reagenzglas 6 die Leberfunktion.

Dauer und Aufwand

Die Urin-Funktionsdiagnostik ist einfach und schnell. In nur wenigen Minuten kann der Heilpraktiker Stoffwechsel und Organfunktion seines Patienten beurteilen. Die Ausstattung ist unaufwändig und in jeder Naturheilpraxis unterzubringen. Benötigt werden:

  • Kittel, Schutzbrille und Handschuhe
  • Wasserkocher
  • Reagenzgläser mit Gestell und Klammern
  • Reagenzien: Nylander Reagenz, Ehrlich Reagenz, Natronlauge, Schwefelsäure, Essigsäure und Salzsäure

 

 
Die Biochemie nach Schüßler

Begriffserklärung

Die Biochemie im Allgemeinen handelt von chemischen Vorgängen, also der Zusammensetzung und Umwandlung der Stoffe auf molekularer Basis, im lebenden Organismus. Schüßler begreift Krankheiten als Störungen in der Bewegung der Moleküle des Körpers. Auf dieser Grundlage erhebt er die Mineralstoffe, die auch im gesunden Körper eine wichtige Funktion haben, zu Arzneistoffen. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Biochemischen Vorgänge im Körper beeinflussen. „Die Bezeichnung ‚Biochemie’ habe ich gewählt, weil meine Mittel, Kranken verabreicht, die in lebenden Geweben vorhandenen chemischen Störungen vermöge chemischer Affinität ausgleichen.“ (Dr. Wilhelm Schüßler, zitiert nach Die Biochemie nach Dr. Schüßler)

Schüßler verwendete zur Heilung von Störungen des Mineralhaushaltes 12 Salze, die so genannten Schüßler-Salze oder Funktionsmittel. Er geht davon aus, dass die Reaktion des Körpers auf eine Krankheit die Zelltätigkeit verstärkt und so zu einem Mangel bestimmter Mineralstoffe führt. Diese Mineralstoffe werden bei der Schüßler-Therapie jeweils in potenzierter Form zugeführt. Denn es geht bei der Gabe von Schüßler-Salzen um eine Signalwirkung und nicht um eine Substitution.

Die 12 Funktionsmittel im Einzelnen sind:

Nr. 1 Calcium fluoratum (Kalziumfluorid) D12

Nr. 2 Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat) D6

Nr. 3 Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) D12

Nr. 4 Kalium chloratum (Kaliumchlorid) D6

Nr. 5 Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) D6

Nr. 6 Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) D6

Nr. 7 Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) D6

Nr. 8 Natrium chloratum (Natriumchlorid, Kochsalz) D6

Nr. 9 Natrium phosphoricum (Natriumphosphat) D6

Nr. 10 Natrium sulfuricum (Natriumsulfat) D6

Nr. 11 Silicea (Kieselsäure) D12

Nr. 12 Calcium sulfuricum (Kalziumsulfat) D12

Anwendung und Einnahme

Schüßler-Salze werden wie homöopathische Mittel in potenzierter Form verabreicht. Das heißt, sie werden verdünnt und verschüttelt. Entweder im Verhältnis eins zu einer Million (D6) oder eins zu einer Billion (D12). Jedes Salz hat eine Regelpotenz, in der es in der Regel verabreicht wird. Nr. 1, 3, 11 und 12 werden in der Potenz D12, alle übrigen in D6 gegeben.

Die Schüßler-Salze werden meist in Tablettenform angewendet, die der Patient langsam im Mund zergehen lässt. Je nach Ansatz und Diagnose bestimmt der Heilpraktiker wie viele Tabletten von welchen Salzen pro Tag nötig sind.

Ergänzungsmittel

Unter der Bezeichnung Ergänzungsmittel versteht der Heilpraktiker Mineralstoffe, die andere Autoren nach Schüßler eingeführt haben (siehe Ergänzungsmittel zur Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler).

Die klassischen Ergängzungsmittel im Einzelnen sind:

Nr. 13 Kalium arsenicosum (Kaliumarsenit) D6

Nr. 14 Kalium bromatum (Kaliumbromid) D6

Nr. 15 Kalium jodatum (Kaliumjodid) D6

Nr. 16 Lithium chloratum (Lithiumchlorid) D6

Nr. 17 Manganum sulfuricum (Mangansulfat) D6

Nr. 18 Calcium sulfuratum (Kalziumsulfid) D6

Nr. 19 Cuprum arsenicosum (Kupferarsenit) D6

Nr. 20 Kalium-Aluminium sulfuricum (Alaun) D6

Nr. 21 Zincum chloratum (Zinkchlorid) D6

Nr. 22 Calcium carbonicum (Kalziumkarbonat) D6

Nr. 23 Natrium bicarbonicum (Natriumbikarbonat) D6

Nr. 24 Arsenum jodatum (Arsentrijodid) D6

 
Die Neue Punktuelle Schmerz- und Organtherapie (NPSO)
Akupunktur kennt jeder, aber was ist NPSO? Die Neue Schmerz- und Organtherapie (NPSO) geht davon aus, dass kleine Hautflächen auf dem Unterschenkel den ganzen Körper repräsentieren. Anders als bei der Akupunktur behandeln NPSO-Therapeuten ihre Patienten aber nicht mit Nadeln, meist reicht ihnen Licht, um Schmerzen zu lindern.

Anwendungsgebiete der NPSO

Die NPSO wurde in den 1980er Jahren ursprünglich entwickelt als Schmerztherapie. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung ist sie heute aber ein Verfahren zur Behandlung von Schmerzen und organischen Beschwerden gleichermaßen. Dies spiegelt sich auch im Namen der „Neuen Punktuellen Schmerz- und Organtherapie“ wieder. Sie lindert Schmerzen, fördert Entzündungsabbau, Entkrampfung und Durchblutung. Außerdem regt sie den Stoffwechsel an.

Methode und Therapie: Licht statt Nadeln

Die von Rudolf Siener begründete NPSO ist eine somatotopische Methode wie etwa die Ohr-Akupunktur. Das heißt, eine kleine Körperregion – im Falle der NPSO der Unterschenkel – wird behandelt. Sie repräsentiert den gesamten Körper. Doch die NPSO ist mehr als ein Mikro-Aku-Punkt-System: Experten bezeichnen sie als energetische Reflexzonentherapie.

Die NPSO ist eine sehr schonende Methode im Vergleich zur Akupunktur, die Nadeln einsetzt. NSPO-Therapeuten dagegen behandeln mit einfarbigem Licht und ist für den Patienten deshalb völlig schmerzfrei. Nur in besonders hartnäckigen Fällen injiziert der Therapeut das Schmerzmittel Procain in die so genannten Maximal Energetischen Punkte (MEP).

NSPO Therapie mit Monolux, Quelle: Isolde Wagner, München

Auf dem von Siener entdeckten Somatotop „Unterschenkel“ verlaufen Energetische Linien (EL), die es mit den Schmerzzentren und Organen verbinden. An ihnen orientiert sich der Therapeut auf der Suche nach den MEPs, die die schmerzende oder erkrankte Körperregion am Unterschenkel repräsentieren. Er misst dort den Hautwiderstand und prüft auch, ob der Patient auf Druck reagiert. Die Maximal Energetischen Punkte sind nur auffindbar, wenn tatsächlich Beschwerden im repräsentierten Körperareal bestehen.

Hat der Therapeut die für den jeweiligen Patienten relevanten MEPs gefunden, behandelt er sie mit Hilfe eines Monolux-Gerätes, meist mit rotem Licht. Das Monolux-Gerät wurde speziell für die NPSO entwickelt. Es erzeugt einfarbiges Licht, jeweils in einer bestimmten Wellenlänge. Für die NPSO eignet sich vor allem Rotlicht mit einer Wellenlänge von 650 Nanometern, es besteht aber auch die Möglichkeit, mit anderen Farben zu therapieren.

Dauer und Heilungserfolg

Den Therapieerfolg bemerken Patient und Behandler in der Regel sofort – der Schmerz lässt nach. Das zeigt sich auch bei Bewegungsübungen hinterher: die Haltung ist besser und die Bewegungen flüssiger. Manchmal gelingt eine völlige und andauernde Schmerzfreiheit schon nach der ersten Behandlung. Oft führen mehrere Behandlungen zu einem besseren Ergebnis, da der Patient sich dadurch auch eine längere Ruhephase gönnt und die betroffenen Areale nicht gleich überlastet.

Vor allem bei starken akuten Schmerzen setzt der Therapeut zwei Behandlungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen an. Am zweiten Tag sind die Schmerzen schon deutlich geringer und können gezielt nachbehandelt werden. In etwas größeren Intervallen behandelt der Therapeut chronische Schmerzen, bis sie ganz verschwinden.

 

 
So funktioniert die Dorn-Therapie

"Kranke Rücken muss man drücken" – die Dorn-Methode ist ein beliebtes Mittel, wenn der Nacken spannt, der Kopf hämmert oder der Rücken zwickt. Doch was genau macht eigentlich ein Dorn-Therapeut und wann hilft die Dorn-Methode?

 

Anwendungsgebiete der Dorn-Therapie

 

Die Dorn-Therapie behandelt unterschiedlichste Beschwerden des Bewegungsapparates: Rückenschmerzen, Gelenkprobleme, Nackenverspannungen oder verschobene Wirbel. Das sanfte Einrichten und Korrigieren von Wirbeln und Gelenken kann sogar die negativen Auswirkungen auf innere Organe und die Psyche beheben. „Verständlich werden solche Zusammenhänge, wenn man bedenkt, dass die durch die Zwischenwirbellöcher abgehenden Spinalnerven für die Versorgung innerer Organe unerlässlich sind.“ (Koch, Steinhauser: Die Dorn-Therapie.) Ein verschobener Rückenwirbel kann also Schmerzen und Beschwerden überall im Körper verursachen.

 

Methode und Therapie nach Dieter Dorn

 

Die von Dieter Dorn begründete Dorn-Therapie ist eine manuelle Methode, bei der der Therapeut mit seinen Händen arbeitet und heilt. Hilfsmittel oder Medikamente sind nicht notwendig.

 

Dorn-Methode SchulterZuerst überprüft er, ob eine Beinlängendifferenz vorliegt. Bei den meisten Patienten ist das der Fall, obwohl fast alle Menschen von Geburt an zwei genau gleich lange Beine haben. In der Beinlängendifferenz steckt die Ursache für viele Beschwerden und Rückenleiden. Vier von fünf Patienten mit Rückenschmerzen haben um etwa ein bis drei Zentimeter unterschiedliche Beine. Die Ursache dafür ist meist ein Beckenschiefstand, der sich auf zahlreiche weitere Gelenke auswirkt. Die Dorn-Therapie beginnt deshalb immer mit dem Ausgleich der Beinlängen. Daraufhin korrigiert der Therapeut weitere betroffene Wirbel und Gelenke.


Anders als bei der Chiropraktik sind bei der Dorn-Methode die betroffenen Gelenke stets in Bewegung. Der Patient lässt die Therapie also nicht passiv „über sich ergehen“, sondern arbeitet aktiv mit. Je nachdem, wo der Dorntherapeut behandelt, pendelt der Patient mit dem Bein, schwingt leicht den Arm oder dreht den Kopf hin und her. Die Bewegung lockert die Muskulatur und ermöglicht eine gewaltlose Korrektur des Gelenks. Im Ruhezustand würden die Muskeln es in seiner Fehlposition festhalten. Der Dorntherapeut schiebt das betreffende Gelenk oder den Wirbel mit leichtem Druck in die richtige Position, ohne die Sehnen und Muskeln zu überdehnen. Dieses Arbeiten mit statt gegen den Körper macht die Dorn-Therapie zu einer so sanften Methode.

 

Dauer und Heilungserfolg der Dorn-Methode


Die Dorn-Methode ist so effektiv wie einfach, weshalb sich der Erfolg meist rasch einstellt. Eine vollständige Therapie dauert nur etwa eine Stunde und oft bessern sich die Beschwerden der Patienten bereits nach der ersten Behandlung deutlich. Die gesamte Therapie dauert in der Regel nicht länger als drei bis vier Sitzungen.

 

Breuß-Massage


Eine ideale Ergänzung zur Dorn-Therapie ist die Breuß-Massage. Sie ist wohltuend und entspannend für den Patienten und unterstützt den Behandlungserfolg. Bei akuten, starken Schmerzen kann sie der Dorn-Behandlung vorausgehen und den Patienten vorbereiten. Auch starke Muskelverspannungen, die eine Dorn-Behandlung erschweren, lassen sich mit der Breuß-Massage lösen.