Hintergrundwissen
Differenzialdiagnose | Differenzialdiagnose |
Seite 1 von 2 »Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt«,
soll schon Hippokrates gesagt haben. Anlässe, differenzialdiagnostisch zu denken Der Begriff »differenzialdiagnostisch« betont, dass man verschiedene Erkrankungen und Syndrome voneinander trennt – differenziert –, indem man die richtige Diagnose identifiziert oder die falschen aussortiert. Meistens kombiniert man beide Ansätze. Eine Schwierigkeit vor allem zu Beginn der praktischen Tätigkeit ist, dass in der Ausbildung überwiegend nach dem Schema »Krankheit X hat die Symptome A, B und C« unterrichtet und gelernt wird, während man bei der Differenzialdiagnose nach dem Schema »Symptom A kommt vor bei den Erkrankungen X, Y, Z, …« denkt. ![]() Kompliziert ist das Ganze, weil viele Wahrscheinlichkeiten, Aussagewertigkeiten und Wenn-dann-Zusammenhänge dazukommen. Es macht daher Sinn, differenzialdiagnostisches Denken mit entsprechender Literatur, Fortbildungen und Selbstreflexionen zu trainieren. Folgende Anlässe gibt es typischerweise in der täglichen Praxis für differenzialdiagnostisches Denken:
Seltene Gründe sind, dass eine neue Ursache für Symptome entdeckt wurde, z. B. Unverträglichkeit eines Lebensmittelzusatzes, oder eine neue Therapie entwickelt wurde, die bei einigen Konstellationen besser wirkt. Ein Patient stellt
sich zum ersten Mal mit neu aufgetretenen Symptomen vor
Dieser Fall ist die klassische Situation, wenn auch nicht
die häufigste. Zwei Ziele stehen im Vordergrund:
Neben einer breiten, unvoreingenommenen Informationssammlung sucht und fragt man gezielt nach Informationen, die einen möglicherweise gefährlichen Verlauf nachweisen oder ausschließen. Ein Patient hat Symptome, deren Ursache trotz ausführlicher Diagnostik und Therapieversuche unbekannt bleibtGerade in der Naturheilpraxis kommt dies häufig vor. Zuerst
sollte man neben einer gründlichen Anamnese und Untersuchung des Patienten
möglichst alle vorhandenen Befunde sichten. Danach wird entschieden:
Ein Patient kommt mit einer DiagnoseDieser Fall ist häufig. Die Kunst besteht darin, objektivzu beurteilen, ob die Diagnose sicher ist, bestätigt werden sollte oder infrage zu stellen ist. Eine Therapie zeigt nicht den gewünschten EffektEs ist immer möglich, dass schlichtweg die falsche Diagnose
gestellt wurde und die spezifische Therapie daher nicht die wirkliche Ursache angeht.
Je nach Erkrankung ist ein regelmäßiger Review der Diagnose und Therapie
sinnvoll. Persönliche Erfahrungen sind wichtig, aber auch eine Objektivierung, dass
Diagnosen richtig sind und die Therapie wirkt. |
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