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Systemische Augentherapie
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Systemische Augentherapie
Die Autorinnen
Inhalt
Rezension
Geleitwort

Geleitwort

„Die Augen sind das Fenster zur Seele“. Der Volksmund
kennt diese Weisheit seit langem. In ihrer praktischen Arbeit
suchen Marianne Wiendl und Uschi Ostermeier-Sitkowski
nach neuen Möglichkeiten, über die Augen die
Seele zu erreichen und über die Heilung der seelischen
Verletzungen auch die Augen zu einem neuen Sehen zu
führen.

Sie verwenden dabei die Methode der Aufstellung als
Zugang zur menschlichen Seele. „Aufstellung“ bedeutet,
Menschen stellen sich zur Verfügung, die seelische Struktur
eines anderen Menschen widerzuspiegeln. Es gibt meines
Erachtens kein besseres diagnostisches Verfahren, die
psychische Struktur eines anderen Menschen zu erfassen.
Gleichzeitig eröffnet dieses Vorgehen die Möglichkeit,
tiefgreifende seelische Veränderungen bei einem Patienten
oder Klienten zu bewirken.

Durch die Entdeckung der Spiegelnervenzellen im
menschlichen Gehirn haben wir nun die Möglichkeit, das
Phänomen der Aufstellung in seinen physiologischen
Grundlagen besser zu verstehen. Es gibt demnach einen
eigenen menschlichen Sinn für Beziehungen und unsere
Augen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Mit unseren
Augen nehmen wir einen Großteil der Informationen auf,
die zur Spiegelung und inneren Repräsentation anderer
Menschen in uns führen. Wir nehmen von unseren Bindungs-
und Beziehungsbedürfnissen geleitet, von Kindheit
an das Hilfreiche und Stärkende ebenso unbewusst auf wie
das Schwächende und Verstrickende. Was uns stützt, muss
durch keine Therapie ans Licht geholt werden. Was uns
aber schwächt, muss vom Unbewussten in das Bewusste
gehoben werden, um es verändern zu können. Je früher
dies geschieht, umso besser sind die Chancen, Fehlentwicklungen
zu vermeiden. Die Arbeit mit Kindern ist daher
bei der Erforschung der Zusammenhänge zwischen
dem Sehen und der Seele ein überaus begrüßenswerter
Ansatz.

Die beiden Autorinnen schlagen mit diesem Buch eine
erste Brücke zwischen der Aufstellungsmethode, die sich
bei vielen Symptombildern psychischer Störungen immer
besser als Diagnose- und Interventionsverfahren bewährt,
und den Fehlsichtigkeiten unseres menschlichen „Sehapparates“,
der wohl eben doch kein bloßer „Apparat“ ist,
sondern etwas zutiefst Beseeltes. Sie entwickeln eine neue
Sichtweise über die Anomalien des Sehens und liefern in
ihren Fallbeispielen kreative Hypothesen. Es sollte diesen
forschend weiter nachgegangen werden.

München, Februar 2006

Prof. Dr. Franz Ruppert